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Urbanisierung / Megastädte

Nachhaltige Strategien für wachsende Städte

Nachhaltige Strategien für die Städte von morgen

Aus Städten werden Megastädte und aus ländlichen Regionen wird urbaner Raum. Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Und was braucht sie, um zu funktionieren?

Seit einigen Jahrzehnten ist überall auf der Welt ein anhaltender Trend zur Urbanisierung zu beobachten, ein Trend zum Wegzug der Menschen vom Land in die Städte. Wohnten um 1800 etwa drei Prozent der Erdbevölkerung in Städten, so waren es 1950 bereits 30 Prozent. Im Jahr 2000 lebte fast die Hälfte der Menschen  in einer Stadt. Und nach einer Prognose des Wohn- und Siedlungsprogramms der Vereinten Nationen UN-HABITAT werden 2030 zwei von drei Menschen Stadtbewohner sein. Die Gründe dafür sind vielfältig. Häufig locken die Aussicht auf ein besseres Leben und die Angebote urbaner Kultur. Doch auch mangelnde Ausbildungsangebote in ländlichen Räumen und Arbeitslosigkeit ziehen die Menschen in die Stadt.

Vor allem in den aufstrebenden Volkswirtschaften ist eine rasante Verstädterung zu beobachten. Aus kleinen Städten werden Großstädte, aus Großstädten werden Megastädte. Manche dieser Megastädte sind von Chaos, Armut und Umweltproblemen geprägt. Zugleich absorbieren sie in vielen Ländern einen Großteil des Bevölkerungswachstums. Was die Frage aufwirft, wie die Umwelt aussähe, wenn der Bevölkerungsdruck nicht durch diese Konzentration abgemildert würde. So scheint eine effektive Infrastruktur für große Menschenmengen doch in Ballungsräumen noch am ehesten möglich. Allerdings stellt uns diese Entwicklung vor enorme logistische, ökologische und soziale Probleme.

Wo liegen die Grenzen für eine funktionierende Stadt? Wie schafft man es, dass eine Stadt nicht zu einem Moloch wird, der im eigenen Müll und in den eigenen Abgasen erstickt? Wie kann man mehrere Millionen Menschen an einem Ort mit Wasser und Energie versorgen? Wie organisiert man die Abfallwirtschaft? Wie kann man Verkehr und Transport aufrecht erhalten, und wie Freiräume schaffen, die ein menschenwürdiges Zusammenleben und eine gute Lebensqualität erst ermöglichen? All dies sind Themen, die sowohl Städteplaner und Soziologen als auch Entsorgungsexperten und Energiewissenschaftler rund um die Welt intensiv beschäftigen.

Eine der Regionen mit intensiver Verstädterung ist die Global City Region Gauteng, mit den ihr zugehörigen Städten Johannesburg, Ekurhuleni und Tshwabe, den sogenannten JET-Städten. In dieser Region leben rund zehn Millionen Menschen, etwa 20 Prozent der gesamten Bevölkerung Südafrikas. Nach Schätzungen wird sie bereits 2015 zu den 30 größten Stadtregionen der Welt zählen. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Fläche werden hier rund 34 Prozent des südafrikanischen Inlandsprodukts erwirtschaftet. Es liegt auf der Hand, dass die Sicherung einer sowohl nachhaltigen als auch bezahlbaren Energieversorgung für möglichst alle Menschen in dieser Region von besonderer Bedeutung ist.

Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte südafrikanisch-deutsche Kooperationsprojekt EnerKey an. EnerKey steht für „Energy as a Key Element of an Integrated Climate Protection Concept for the Global City Region of Gauteng“. Hauptziel ist die Entwicklung und Implementierung eines effektiven Energie- und Klimaschutzkonzeptes unter Einbeziehung technischer, wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Fragestellungen. Ansätze dafür sind sowohl die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich und im Verkehrssektor als auch die Verbesserung der Energieversorgung aller Teile des Ballungsraumes, auch als Maßnahme zur Armutsbekämpfung.

Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine strategische Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, den Stadtverwaltungen der JET-Städte, privaten Unternehmen und Nichtregierungs-Organisationen. Projektverantwortliche sind – gemeinsam mit zahlreichen weiteren deutschen und südafrikanischen Partnern – das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart und das Department of Geography, Environmental Management and Energy Studies der Universität Johannesburg.

EnerKey ist ein Beispiel dafür, wie deutsche und südafrikanische Experten gemeinsam bestehende Herausforderungen analysieren und an exemplarischen Lösungen arbeiten, die für Städte in der ganzen Welt von Bedeutung sind. Denn wenn ein Großteil der Menschen in Städten lebt, sind dies die Orte, an denen über Bildung, Gesundheit und nicht zuletzt über Klimaschutz entschieden wird.