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Forschungspartnerschaften stärken für Innovation und nachhaltige Entwicklung

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Event calendar for the month: September 2017

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Botschafterin des Wissenschaftsjahres

Science Network

Human Capital Development

Wir stellen uns den Herausforderungen von morgen

Qualifikationen für die Herausforderungen von morgen

Globalisierung, Internet, neue Technologien – wir stehen heute vor Herausforderungen, die die Generation unserer Großeltern nicht einmal erahnen konnte. Wie bleiben wir heute und in Zukunft handlungsfähig?

Das Wissen der Menschheit verdoppelt sich alle fünf bis zwölf Jahre. Neue Technologien machen es immer schneller und überall verfügbar. Wissen wird zu dem Produktionsfaktor der postindustriellen Gesellschaft, von dem zunehmend alle gesellschaftlichen Bereiche abhängig sind. Gleichzeitig veralten Techniken und mit ihnen berufliche Qualifikationen.

All dies sind Entwicklungen, die Risiken beinhalten, die aber auch und vor allem gewaltige Chancen bieten. Und es sind Entwicklungen, die wahrscheinlich unumkehrbar sind. Hier gilt es, nicht nur den Überblick zu behalten, nicht nur mühsam Schritt zu halten. Es gilt, in der Lage zu sein, diese Entwicklungen aktiv zu gestalten.

Wenn wir zukünftigen Entwicklungen nicht nur folgen, sondern sie maßgeblich prägen wollen, brauchen wir dazu die bestmöglich ausgebildeten Menschen. Menschen mit Kreativität, mit der Fähigkeit, unerwartete Herausforderungen zu meistern. Menschen, die einen Schritt weiter denken und neue Lösungen für bislang unbekannte Probleme entwickeln. Sie sind das wichtigste Kapital und die wertvollste Ressource, die wir haben.

Human Capital Development ist das Querschnittsthema, das sich mit den Themen Bildung, lebenslanges Lernen, Gender Mainstreaming aber auch Herausforderungen wie Brain Drain und Arbeitslosigkeit befasst. Es ist ein zentraler Punkt auf der Agenda jeder nachhaltig angelegten Wirtschaftspolitik – in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland ebenso wie in der aufstrebenden Volkswirt­schaft Südafrika.

Deutschland kann ohne nennenswerte Rohstoffe im internationalen Wettbewerb nur bestehen, wenn es weiterhin die Voraussetzungen schafft, die gebraucht werden, um in einer Vielzahl unterschiedlicher Bereiche Menschen mit hervorragenden Qualifikationen auszubilden. Das meint den exzellenten Wissenschaftler ebenso wie den qualifizierten Facharbeiter und den engagierten Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst.

Aber auch Südafrika, das über ungleich mehr Bodenschätze verfügt, weiß, dass der größte Reichtum eines Landes sein Reichtum an gut ausgebildeten Menschen ist, die bereit sind, sich zu engagieren und die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen.

In der mittlerweile seit 1996 bestehenden Forschungs- und Wissenschafts­zusammen­­arbeit zwischen Deutschland und Südafrika soll nun auch auf den Bereich Human Capital Development in seinen unterschiedlichen Ausprägungen besonderes Augenmerk gelegt werden. Er ist insbesondere geprägt von einer engen Kooperation nichtstaatlicher und außeruniversitärer Forschungs- und Bildungsinstitutionen.

So hat die Alexander von Humboldt-Stiftung bislang insgesamt 232 Forschungsstipendien und sechs Forschungspreise an Wissenschaftler aus Südafrika verliehen. 16 deutsche Nachwuchswissenschaftler gingen im selben Zeitraum im Rahmen eines Feodor-Lynen-Stipendiums nach Südafrika. Im Jahr 2009 wurde zur weiteren Vertiefung der Kooperation die „Alexander von Humboldt Association of Southern Africa“ (AHASA) gegründet, in welcher auch Humboldtianer aus den Nachbarländern Südafrikas Mitglied sind.

Auch für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ist Südafrika eines der Schwerpunktländer in Afrika. Er vergibt jährlich Hunderte von Stipendien für deutsche und südafrikanische Studierende und Wissenschaftler, unterhält in Johannesburg ein eigenes Informationsbüro und ist durch zwei Langzeitprofessuren in Automotive Engineering und Politikwissenschaften in Südafrika präsent.

Diese und viele weitere Kooperationen zwischen deutschen und südafrikanischen Institutionen, aber auch zwischen einzelnen Wissenschaftlern, belegen die Bedeutung, die der Ausbildung und dem bilateralen Austausch darüber beigemessen wird. Beide Länder wissen: Wir müssen jetzt das Personal ausbilden, um die Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird, meistern zu können.