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Interview mit Prof. Relebohile Moletsane

Interview mit Prof. Relebohile Moletsane

Der diesjährige Women in Science Award (WISA) in der Kategorie ‘‘Distinguished Women Scientists: Social Sciences and Humanities’’ geht an Prof. Relebohile Moletsane.

Prof. Relebohile Moletsane erhielt ihren Doktortitel 1996 von der Indiana Universität in Bloomington, Indiana. Momentan ist sie Professorin und JL Dube Chair für Erziehung und Bildung in ländlichen Regionen am Pädagogischen Institut der Universität KwaZulu-Natal (UKZN). Sie verfügt über umfassende Erfahrung in Forschung und Lehre in den Bereichen Lehrplan/Bildungsinhalte, Gender, HIV- und Aids-Aufklärung sowie Girlhood Studies. Ihr methodisches Interesse ist u. a. die Nutzung von partizipatorischen visuellen Methodologien in der Forschung und Entwicklungsarbeit mit Randgruppen.

 

1. Zum Thema Frauen in Wissenschaft und Forschung: Wie ist die Situation in Ihrem Arbeitsumfeld und welchen Rat würden Sie jungen Kolleginnen geben, die eine Karriere im wissenschaftlichen Bereich anstreben?

Zur Situation in meinem Forschungsbereich: Erziehung und Bildung in ländlichen Regionen ist ein sich noch entwickelnder Wissenschafts- und Forschungsbereich in Südafrika. Das bedeutet, dass kaum Literatur (empirisch wie theoretisch) existiert, um die Arbeit in diesem Feld zu unterstützen. Zwar erkennt die gegenwärtige Politik die Notwendigkeit an, die Bemühungen im Bereich Forschung und Entwicklung auf den Bereich der ländlichen Entwicklung zu intensivieren. Leider fließen aber Ressourcen, vor allem für Forschung in diesem Bereich, nur sehr langsam.
Mein Rat für Nachwuchswissenschaftlerinnen: Erstens: Streben Sie Kollaborationen mit Wissenschaftlern vom afrikanischen Kontinent und aus anderen Ländern mit Entwicklungshintergrund (z. B. aus Südamerika, Asien) an.
Zweitens: Ein anhaltender Fokus auf diesen Bereich und der Aufbau von Wissenschaft in diesem Feld sind notwendig, um die Anerkennung der Forschungsbereiche voranzutreiben und finanzielle Ressourcen zu gewinnen.


2. Wenn Sie Ihre Arbeit in zwei Sätzen zusammenfassen sollten, wie würden Sie sie beschreiben?

Meine Arbeit befasst sich mit Bildung und Entwicklung in ländlichen Regionen. Vor allem beschäftige ich mich damit, wie eine Verbesserung von Lehre und Lernen die Entwicklung, vor allem die Entwicklung in Bezug auf Armut im ländlichen Raum, beeinflussen kann. Einen speziellen Fokus lege ich auf die professionelle Entwicklung von Lehrern und Schulleitung, die Ausbildung von Lehrern für den ländlichen Raum, Gesundheit und Wohlbefinden in Schulen und Gemeinden sowie die Anwendung visueller Partizipationsmethoden und digitaler Technologien.


3. Was fasziniert Sie so an Ihrem Forschungsbereich?

Die Erkenntnis –in Bezug auf soziale und kulturelle Belange– in den ländlichen Gemeinden und Schulen und ihre Motivation, diese Belange anzugehen, ist eine Goldmine für Entwicklungsprojekte. Ländliche Gemeinden und Schulen stehen vor verschiedenen Herausforderungen. Die Verantwortung und die Werkzeuge sowie die Entwicklung eines Verständnisses dieser Herausforderungen, dass für ihre Bewältigung unerlässlich ist, in die Hände der Menschen in den ländlichen Regionen selbst zu legen, hat sich häufig als Haupterfolgsfaktor für effektive und nachhaltige Projekte erwiesen.

 

4. Welchen spezifischen Erfolg möchten Sie mit Ihrem engagierten Einsatz erreichen? Welche Ziele haben Sie sich selbst gesetzt?

Ich würde gerne einen Plan mit Maßnahmen zur Umsetzung für Grundschulen in einem Bezirk (z. B. an insgesamt fünf Grundschulen) entwickeln und durchführen. Das Ziel soll die Verbesserung von Lehre und Lernen und vor allem die Entwicklung von Lesegruppen und -kulturen (auf IsiZulu und Englisch) unter den Lernenden in den Klassenstufen ein bis drei innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren sein. Dann würde ich diese Lernenden bis zur Klassenstufe zwölf begleiten, um der Frage nachzugehen, welchen Unterschied eine gute Grundlage im Lesen und Schreiben aus der Grundschul-Phase für das weitere Lernen während der restlichen Schullaufbahn ausmacht.


5. Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern für Ihre Arbeit?

Internationale Kooperation ist wichtig für die komparative Analyse von Problemen und auch von empirischen Arbeiten (vis-à-vis Kontext). Noch wichtiger ist für mein Feld, dass wir viel lernen können von der international bereits existierenden Wissenschaft und Theorie. So können wir uns in unserer lokalen Wissenschaft z. B. durch Best Practice-Beispiele und durch Vorlagen, welche zur Adaption an lokale Kontexte genutzt werden können, informieren und weiterentwickeln.