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Forschungspartnerschaften stärken für Innovation und nachhaltige Entwicklung

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Event calendar for the month: Juli 2017

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Botschafterin des Wissenschaftsjahres

Science Network

Innovationen in der Gesundheitswirtschaft

Hier wie dort: Vordenken, weiterdenken, handeln ...

Unterschiedliche Herausforderungen gemeinsam bewältigen

Die Gesundheitswirtschaft bringt zahlreiche Innovationen hervor, die unsere Lebensqualität spürbar verbessern. Wie können unsere Länder davon profitieren?

Die persönliche Gesundheit zählt für jeden Menschen überall auf der Erde zu den höchsten und wichtigsten Gütern. Die Bedingungen, unter denen sie gepflegt und erhalten wird, sind jedoch nicht überall gleich. Krankheiten aber machen vor Ländergrenzen nicht halt. Die Probleme, die sie verursachen, sind so global wie die ethische Verantwortung, vorhandenes Wissen und Know-how zu teilen. Das macht die Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitswirtschaft zu einem der wichtigsten Felder internationaler Forschungs- und Wissenschaftskooperationen.

Am Hightech-Standort Deutschland spielt nicht nur die Arzneimittelindustrie eine traditionell herausragende Rolle. Auch Biotechnologie und Medizintechnik sorgen auf der Basis einer gesunden Forschungslandschaft für ein im internationalen Vergleich hervorragendes Gesundheitssystem, dessen größtes Problem mittlerweile seine stetig steigenden Kosten sind.

Südafrika hingegen trägt auch im Gesundheitssystem immer noch am Erbe des Apartheidsystems. Obwohl schon die Regierung von Nelson Mandela eine kostenlose medizinische Grundversorgung für alle Südafrikaner eingeführt hat, sind die Unterschiede zwischen der staatlichen Grundversorgung und privaten Gesundheitseinrichtungen groß. Außerdem kämpft Südafrika nach wie vor mit endemischen Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose und vor allem AIDS.

Diesen Herausforderungen widmet sich die deutsch-südafrikanische Forschungs­zusammenarbeit. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Ziel, die Entwicklung und Evaluierung neuer Impfstoffe und Arzneimittel zur Vorbeugung und Therapie von AIDS, Malaria und Tuberkulose zu beschleunigen. Dies geschieht vor allem im Rahmen der European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP). EDCTP wurde 2003 als European Economic Interest Group (EEIG) gegründet, um den Herausforderungen der globalen Gesundheitskrise zu begegnen und die drei großen armutsbedingten Krankheiten HIV/AIDS, Malaria und Tuber­kulose zu bekämpfen. Ein Beispiel für die Förderung von Projekten im Rahmen der EDCTP ist die seit 2011 und noch bis 2014 laufende Studie „Alisa“, die gemeinsam von der Universität München und der Universität Limpopo durchgeführt wird. Mit Hilfe der Studie soll eine neue, auf Generika basierende medikamen­töse HIV-Therapie evaluiert werden. Ein weiteres, stärker anwendungsorientiertes Beispiel ist das mobile Diagnostik­labor, das vom saarländischen Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik und der Stellenbosch-Universität in Kapstadt entwickelt wurde. Es ist für eine mobile Patientenbehandlung mit angeschlossenem Analyselabor konzipiert und soll als rollende Diagnostik- und Therapieeinheit in der ländlichen Region um Kapstadt die Versorgung von Patienten unterstützen, die an Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Aids und Tuberkulose leiden.

Grundsätzliches Ziel beider Länder in diesem Bereich ist es, die Internationalisierung der Gesundheitsforschung durch den gemeinsamen Aufbau von Forschungsinfra­strukturen zu stärken und die internationale Koordinierung von Forschungs­programmen voranzutreiben. Dabei geht es sowohl um den schnelleren Transfer  von Forschungserkenntnissen in die praktische Anwendung, als auch um den insbesondere für Südafrika bedeutsamen Austausch von Erfahrungen in den Bereichen Präventionsforschung und gesundheitliche Aufklärung.

Neue Partnerschaften und Kooperationen, die anlässlich des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft initiiert werden, sollen deutschen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen als Anreiz dienen, entsprechend ihren wissenschaftlichen Stärken und Problemlösungskompetenzen, neue Ansätze für die Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Südafrika zu erarbeiten. Sie sollen die Kapazitäten entwicklungsbezogener Forschung in Deutschland ausbauen und langfristig verlässlich vernetzen.