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15.11.2012

Südafrikanische und deutsche Studierende und Professoren entwickeln gemeinsam ein neues E-Learning-Konzept

Südafrikanische und deutsche Studierende und Professoren
(C) Hochschule Neu-Ulm – University of Applied Science

Gerade Infektionskrankheiten stellen in Südafrika nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Der Themenschwerpunkt Innovation in der Gesundheitswirtschaft geht der Frage nach, mit welchen technischen Neuerungen Patienten und medizinischem Personal geholfen werden kann. Alltagstaugliche Hilfe bietet beispielsweise ein E-Learning-Konzept, das südafrikanische und deutsche Studierende gemeinsam mit ihren Professoren entwickelten. Das Programm ermöglicht es Gesundheitsarbeitern in den Townships, die einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von HIV und Tuberkulose leisten, sich kontinuierlich über neue Entwicklungen und Methoden zu informieren.

Im Rahmen eines Projektes, das in der Zeit vom 21. bis 25. Mai 2012 stattfand, ermittelten Studierende gemeinsam mit ihren Professorinnen und Professoren Voraussetzungen und Rahmenbedingungen eines “Mobile Learning” für die Gesundheitsarbeiter, die sich in den Townships von Kapstadt um HIV- und Tuberkulose-Patienten kümmern.

Grundlage der wissenschaftlichen Arbeit war ein Sechs-Stufen-Modell, das die realen Bedürfnisse der Zielgruppe ebenso berücksichtigt wie konkrete technische und organisatorische Gegebenheiten. Gearbeitet wurde in vier Projektgruppen: Das Team „Lernformen“ analysierte zunächst in Interviews mit den Gesundheitsarbeitern deren bevorzugte Lernmethoden und -bedürfnisse sowie die individuellen IT-Fähigkeiten. Darauf aufbauend erarbeitete das Team „Lerntechniken“ Empfehlungen für eine effektive Nutzung von E-Learning in verschiedenen Arbeitssituationen. Parallel dazu testete das „Prototypen“-Team medizinische Kursmodelle auf verschiedenen Mobilgeräten. Das Team „Organisation und Benchmarking“ konzentrierte sich auf den Aspekt der Nachhaltigkeit. So verglichen die Forschenden verschiedene Lernplattformen von südafrikanischen und internationalen Institutionen auf ihre Zweckmäßigkeit und inhaltliche Komplexität hin. Neben dem spezifischen Fachwissen wurde auch die Vermittlung von Basiswissen in den Bereichen Wirtschaft und Unternehmertum untersucht. Dieses ermöglicht es den Gesundheitsarbeitern, den Patienten dabei zu helfen, sich ein langfristiges Erwerbseinkommen und somit eine Lebensperspektive aufzubauen.

Auf der Basis aller ermittelten Daten entwickelten die Forschenden individuell zugeschnittene Lernkonzepte, die helfen, sich unkompliziert, mobil und effektiv weiterzubilden. Das erleichtert nicht nur die Arbeit der Gesundheitsarbeiter vor Ort. In der Praxis profitieren vor allem die Patienten, denen künftig mit neuesten Behandlungsmethoden geholfen werden kann.

Um ein weitreichendes E-Learning-System aufzubauen, ist eine Fortführung des Projekts geplant. Dazu gehört auch der Ausbau des Netzwerks mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen.