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03.12.2012

Südafrikanische und deutsche Physiker veranstalten Workshop zu Kernspektroskopie

Drei Repräsentanten
Prof. John Carter von der Witwatersrand-Universität, der südafrikanische Minister für Wissenschaft und Technologie Derek Hanekom und Prof. Dr. Peter von Neumann-Cosel vom Institut für Kernphysik der Technischen Hochschule Darmstadt

Der von den südafrikanischen und deutschen Physikern veranstaltete Workshop fand vom 19. bis 22. November im Rahmen des Deutsch-Südafrikanischen Jahrs der Wissenschaft 2012/2013 statt.

Veranstaltungsort des internationalen Workshops über Grenzen der Kernspektroskopie und Magnetspektrometer war die Universität Stellenbosch. Kernthema war die physikalische Vision der energieauflösenden Kernspektroskopie.

Der südafrikanische Minister für Wissenschaft und Technologie Derek Hanekom und der deutsche Generalkonsul Roland Hermman hielten am zweiten Veranstaltungstag eine Rede vor den Teilnehmern. An diesem Tag ehrte man insbesondere die nahezu zwei Jahrzehnte lang währende Zusammenarbeit zwischen den iThemba LABS, der Witwatersrand-Universität (Wits) und der TU Darmstadt auf diesem Gebiet. Bei der Eröffnung des Workshops betonte Minister Hanekom gegenüber den Wissenschaftlern und Forschern, wie stark das internationale Interesse an nuklearer Astrophysik sei und wies auf die entsprechenden Stärken der südafrikanischen Kernforschung hin. Die deutsch-südafrikanische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie bezeichnete der Minister als ausgezeichnetes Beispiel für internationale Zusammenarbeit über Entwicklungsgefälle hinweg. "Um unsere Zusammenarbeit im angestrebten Maße auszubauen, bedarf es einer intensiveren Ausbildung von Studierenden und Universitätsmitarbeitern – darunter auch Programme für Personen, die promovieren oder bereits promoviert haben – in Verbindung mit Mentoren- und Austauschprogrammen", so Hanekom.

Generalkonsul Hermann betonte gegenüber den Wissenschaftlern und Forschern, dass es bei der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit darum gehe, Menschen in einem Rahmen des Gedanken- und Erfahrungsaustausches zusammenzubringen. "Unsere Partnerschaft zeigt in dieser Hinsicht deutlich, wie wichtig eine persönliche Interaktion zwischen Wissenschaftlern für die Bildung einer langfristigen Zusammenarbeit ist", so Herrmann. Er hob hervor, dass im Jahr der Wissenschaft die bestehende Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf strategisch wichtigen Forschungsgebieten vertieft werden soll. "Des Weiteren möchten wir bestehende Forschungsnetzwerke ausdehnen und insbesondere für aufstrebende junge Wissenschaftler neue Netzwerke knüpfen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Intensivierung der wissenschaftlichen Kommunikation bzw. Reichweite mithilfe verschiedener Medien- und Kommunikationsplattformen."

Der hochspezifische Workshop unter Leitung von Prof. John Carter von der Witwatersrand-Universität, Roger Fearick von der Universität Kapstadt und Prof. Dr. Achim Richter sowie Prof. Dr. Peter von Neumann-Cosel vom Institut für Kernphysik der Technischen Hochschule Darmstadt stellt ein herausragendes Beispiel für die Früchte der lang anhaltenden und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen südafrikanischen und deutschen Physikern dar.

Die Zusammenarbeit begann Anfang der 90er Jahre mit dem K600-Magnetspektrometer in den iThemba LABS in Kapstadt, einer Einrichtung des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie. Dort arbeiten mittlerweile mit den Professoren Yoshi Fujita, Atsushi Tamii und Kichiji Hatanaka Wissenschaftler aus dem Research Centre for Nuclear Physics (RCNP) in Osaka (Japan) und es ist zu einem Knotenpunkt der Zusammenarbeit dieser Gruppen geworden.

Bislang konnten Mittel für die Anschaffung von Teilen zur Verbesserung des Spektrometers gesichert werden. Kürzlich stellte die Deutsche Forschungsgesellschaft zu diesem Zweck 70.000 Euro zur Verfügung, die durch über 700.000 südafrikanische Rand der nationalen Forschungsstiftung Südafrikas ergänzt wurden. Das Spektrometer wurde Ende 2010 in Auftrag gegeben. Neben diesem existiert weltweit nur noch das Magnetspektrometer Grand Raiden im RCNP. Seitdem wurden zwölf Beiträge von Studierenden zu diesem Thema in der angesehenen Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht. Des Weiteren haben sechs Studierende ihre Promotion hier abgeschlossen und drei weitere sind gegenwärtig damit beschäftigt. Es wurden zwei Masterstudiengänge abgeschlossen, und ein weiterer wird derzeit absolviert.