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17.04.2013

SANO: Workshop zur Abwasser- und Abfallentsorgung

Workshop-Teilnehmer besuchen eine informelle Siedlung
Workshop-Teilnehmer besuchen eine informelle Siedlung

Um den Herausforderungen zu begegnen, vor denen Südafrika in Bezug auf den Umgang mit Abwasser und Abfall steht, fand Anfang März ein Young-Scientist- Workshop der Bauhaus-Universität Weimar und der North-West University in Südafrika statt. Unter dem Dach des Projekts SANO „Nachhaltige, ressourcen-ökonomisch basierte Siedlungswasser- und Abfallwirtschaft durch Nutzung organischer Wertstoffe“ diskutierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im südafrikanischen Potchefstroom. Ziel der bilateralen Kooperation ist es, Wissen und Erfahrungen zum Thema auszutauschen, die beteiligten Universitäten noch stärker zu vernetzen und die internationale Mobilität junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern.

In verschiedenen Arbeitsgruppen erörterten Naturwissenschaftler, Umweltmanager, Soziologen, Juristen und Ingenieure auf dem Workshop vom 4. bis zum 13. März den aktuellen Forschungsstand und definierten zukünftige Arbeitsbereiche und Schnittstellen ihrer Forschungsschwerpunkte. Die Themenfelder waren breit gefächert und umfassten unter anderem Aufbereitungstechnologien und Systeme zum Sammeln und Abtransportieren von Abwässern und Abfällen. Auch übergreifende Fragestellungen zum Management von Wertstoffen und zu Möglichkeiten der Einbeziehung der jeweiligen Gemeinde wurden erörtert.

In Plenarsitzungen und Diskussionsrunden wurde den Teilnehmern die gegenwärtige Situation der Abwasser- und Abfallentsorgung Südafrikas erläutert, Besuche verschiedener Einrichtungen und Gemeinden gaben praktische Einblicke. So besichtigten die Forscher in der südafrikanischen Stadt Tlokwe eine Anlage zur Abwasserbehandlung und Kompostierung von Gärresten, und die Bergbau-Firma Mintalis ermöglichte Einblicke in die Bereiche der Renaturierung von nicht mehr genutzten Goldabbauflächen. Darüber hinaus besuchten die Wissenschaftler die Townships Ikageng und Sarafina sowie informelle Siedlungen im Umkreis Sarafinas. Während die Townships bereits über eine geringe Infrastruktur wie eine Strom- und Trinkwasserversorgung und teilweise sogar bereits über eine Abwasserentsorgung verfügen, sind diese Strukturen in informellen Siedlungen nicht vorhanden.

Direkte Einblicke in die Situation vor Ort und in die Lebensumstände der Bewohner verdeutlichten Möglichkeiten zur gezielten Verbesserung der Abwasser- und Abfallentsorgung in den Townships. Am Beispiel der Stadt Potchefstroom erarbeiteten die Wissenschaftler Zukunftsaussichten für die Verwirklichung des SANO-Projekts. Vorrangig wird dabei versucht, die Erfassung organischer Stoffströme auch aus informellen Siedlungen zu ermöglichen und die daraus potenziell erzeugbare Energie für öffentliche Bereiche, wie beispielsweise die Straßenbeleuchtung, nutzen zu können. In diesem Kontext versteht das Projekt die Bereitstellung von Trinkwasser für die Haushalte als Anreizsystem.

In der SANO-Vision, die als eine Art fast schon utopischer Endzustand der Städte zu verstehen ist, fassen die Wissenschaftler weitere Verbesserungen für Wohnquartiere zusammen. Für informelle Siedlungen sind eine sichere Abfallentsorgung und der Zugang zu sanitären Einrichtungen sowie eine gesicherte Energieversorgung vorgesehen. In den Townships sollen schwerpunktmäßig Regenwasser-Kanalisationen eingesetzt werden und Müllsammlungen erfolgen. Im Stadtzentrum sieht SANO Projekte zur Mülltrennung und Wassereinsparung sowie zur Regenwassernutzung vor.

Ziel der Universitäten ist nun die Etablierung eines gemeinsamen PhD-Programms, um weitere Forschungen im Bereich der Abwasser- und Abfallentsorgung zu ermöglichen und die bilateralen Kooperationen zu festigen.