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Botschafterin des Wissenschaftsjahres

Science Network

17.04.2013

Interview mit der Sonderbotschafterin des Wissenschaftsjahres Motsi Mabuse

Motsi Mabuse – Sonderbotschafterin des Wissenschaftsjahres
Motsi Mabuse – Sonderbotschafterin des Wissenschaftsjahres

Motshegetsi „Motsi“ Mabuse ist 1981 in Mankwe, im heutigen Südafrika, geboren worden. Bereits im Alter von 17 Jahren ist sie südafrikanische Vizemeisterin im lateinamerikanischen Tanz und tauscht das Jurastudium gegen eine internationale Tanzkarriere ein. Ein Jahr später zieht die erfolgreiche Tänzerin zu ihrem Tanzpartner und späteren Mann nach Deutschland. Gemeinsam gewinnen sie 2009 und 2010 die Deutsche Meisterschaft. Mit ihrem neuen Tanzpartner Evgenij Voznyuk ist Motsi Mabuse vor wenigen Tagen aktueller Deutscher Meister in den lateinamerikanischen Tänzen geworden. Öffentlich bekannt wird Motsi Mabuse in Deutschland auch durch ihre Teilnahme an TV-Formaten wie „Let´s Dance“ und „Das Supertalent“ sowie als Südafrika-Expertin der ARD während der Fußballweltmeisterschaft 2010.

Als Sonderbotschafterin des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft 2012/2013 unterstützt Motsi Mabuse auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Länder. Wo die Partnerländer ihrer Meinung nach voneinander lernen können und welche Herausforderungen beide Länder in der Zukunft bewältigen müssen, lesen Sie in unserem Interview.

Ziel des Deutsch-Südafrikanischen Wissenschaftsjahres ist es, die Kooperation der Partnerländer zu intensivieren und den wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Wo liegt Ihrer Meinung nach das größte Potenzial der bilateralen Kooperation?

Besonders wichtig finde ich den Austausch zwischen diesen eigentlich sehr unterschiedlichen Ländern. Beide Partner können eine Menge dazu beitragen, die gemeinsame Forschungsarbeit voranzubringen. Ich kenne Deutschland als ein Land, das im Hinblick auf technologische Entwicklungen und praktische Wissenschaften eine Menge zu bieten hat. Südafrika zeichnet sich durch seine Vielfalt aus, die es in Deutschland so nicht gibt. Diese Gegebenheiten produktiv zu kombinieren, um Lösungen für globale Herausforderungen zu finden – das beeindruckt mich an dieser Initiative.

Einige Veranstaltungen des Wissenschaftsjahres beinhalten gezielte Programme zur Frauenförderung in der Wissenschaft. Wie beurteilen Sie die Position von Frauen in der Wissenschaft in Deutschland und Südafrika?

Die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft ist sicher ein wichtiges Thema. Es gibt ja mittlerweile viele Förderprogramme, die sich gezielt an Frauen richten. Ich finde es toll zu sehen, dass diese Programme gut angenommen werden, da die Position von Frauen in der Wissenschaft weltweit weiter verbessert und gestärkt werden muss. Ich finde es wichtig, die besondere Kreativität von Frauen auch in den Naturwissenschaften stärker zu fördern. Im vergangenen Jahr habe ich z. B. die südafrikanischen „Women in Science Awards“ aufmerksam verfolgt. Zudem beschäftigen sich im Wissenschaftsjahr Projekte wie „Women in Science – Promoting Excellence and Innovation for Future Development“ mit dieser Thematik. Die Wissenschaft ist auf die Fachkompetenz von Frauen angewiesen. Und der wachsende Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen über Ländergrenzen hinweg zeigt, dass das Thema auch international immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Durch Ihre zahlreichen öffentlichen Auftritte sind Sie insbesondere bei dem jungen Publikum in Deutschland sehr bekannt. Was sagen Sie jungen Menschen, um Sie von einem Aufenthalt in Südafrika zu überzeugen? Was macht das Land so einzigartig?

Ich finde, in ein anderes Land zu gehen – ob für ein Studium, zum Arbeiten oder im Auftrag der Wissenschaft – beeinflusst positiv die individuelle Entwicklung. Für mein Heimatland kann ich aus voller Überzeugung sagen: Junge Menschen, die sich auf diese Erfahrung einlassen, werden von Südafrika begeistert sein. Die Landschaft, die Tierwelt, die unterschiedlichen Kulturen und Einflüsse – die Vielfalt ist groß, und die Menschen sind so herzlich und offen. Man spürt eine ganz besondere Lebensfreude, die einen einfach mitreißt!

Wenn Sie etwas typisch Südafrikanisches in Deutschland etablieren könnten, was wäre es? Und was würden Sie in Südafrika einführen, das Sie in Deutschland schätzen?

Eine allgemeine Antwort auf diese Frage habe ich nicht. Man kann ja weder Deutschland noch Südafrika so verallgemeinern. Dennoch, ich glaube, dass in Südafrika die Kunst, das Leben jeden Tag zu genießen, stärker ausgeprägt ist. An vielen Deutschen schätze ich zum Beispiel ihre Freundlichkeit, die für mich viel mit Respekt zu tun hat. Ich lege zum Beispiel großen Wert auf Pünktlichkeit. Die Balance zwischen Disziplin und Lockerheit ist für mich ideal. Ich glaube, dass beide Kulturen hier voneinander lernen können.

Was war Ihr persönliches Highlight im Deutsch-Südafrikanischen Jahr der Wissenschaft 2012/2013?


Als Sonderbotschafterin des Wissenschaftsjahres war ich anlässlich des 30. „Geburtstages“ des Forschungsschiffs „Polarstern“ in Südafrika. Der feierliche Empfang auf dem Forschungsschiff, das im Hafen von Kapstadt Station machte, war ein tolles Erlebnis. Ich hatte Gelegenheit, viele interessante Persönlichkeiten aus Politik und Forschung kennenzulernen und konnte auch die Konferenz am Folgetag miterleben. 

Das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013 geht zu Ende – die Kooperationen werden jedoch weiter wirken. Sie sind Sonderbotschafterin des Wissenschaftsjahres, was wünschen Sie sich  für die zukünftige Zusammenarbeit?


Die vergangenen zwölf Monate haben gezeigt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern ist. Ich wünsche mir, dass die Kooperationen und der Austausch sich weiter festigen und wachsen. Ich bin überzeugt, dass es in Zukunft verstärkt nicht nur neue Projekte, sondern auch große gemeinsame  internationale Programme geben wird. Ich möchte die Organisationen, die im Wissenschaftsjahr eine prominente Rolle gespielt haben,  ermutigen, zusammen zu arbeiten. Egal, ob an einem bestimmten Problem oder in einer umfassende Initiative wie dem Wissenschaftsjahr: Je größer die Bereitschaft zu kooperieren ist, desto mehr wächst meiner Meinung nach das Verständnis zwischen den Ländern.

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Prominente Botschafterin für das Wissenschaftsjahr

Die Profitänzerin, Wertungsrichterin und Moderatorin Motshegetsi "Motsi" Mabuse ist Botschafterin des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft 2012/2013. Die Südafrikanerin wuchs in Pretoria auf und lebt seit über zwölf Jahren in Deutschland. Jetzt unterstützt sie die bilateralen Aktivitäten des Jahres der Wissenschaft.