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26.02.2013

Fachtagung SBBE 2012: Strukturbiologie in der Bioökonomie

Gruppenfoto
Von links nach rechts: Prof. Heinrich Dirr (Universität Witwatersrand), Dr. Stefan Raunser (Max Planck Institute Dortmund), Dr. Dirk Opperman (Universität des Freistaates Bloemfontein), Prof. Martha Smit (Universität des Freistaates Bloemfontein), Prof. Eckhard Hofmann (Ruhr Universität Bochum), Prof. Trevor Sewell (Universität Kapstadt) (c) Professor Trevor Sewell (Universität Kapstadt)

Auf dem Anfang Dezember in Kapstadt durchgeführten Kongress präsentierten Biologen aus Deutschland und Südafrika aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Strukturbestimmung von Proteinen und makromolekularen Zusammensetzungen. Hier wurden Auswirkungen auf den Mechanismus von Infektionen durch Pathogene und die strukturelle Entwicklung von medizinischen Eingriffsmöglichkeiten in Form von Medikamenten und Vorbeugemaßnahmen deutlich. Weitere Einsatzmöglichkeiten von Biomolekülen und Enzymentwicklungen sowie das Verständnis von biologischen Abläufen für neuartige medizinische Behandlungen wurden erörtert. Dabei eröffneten sich Forschungsfelder zum weiteren Ausbau der Zusammenarbeit.

Der Forschungsbereich der Bioökonomie ist für Südafrika auf seinem Weg zu einer wissensbasierten Wirtschaft von besonderer Bedeutung. Für die Forschungen in diesem Fachgebiet versucht das Land intensiv, Initiatoren und Unternehmen sowie hoch-ausgebildete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen. In diesem Zusammenhang fand unter dem Dach des Deutsch-Südafrikanischen Jahres der Wissenschaft 2012/2013 vom 1.–4. Dezember 2012 die Fachtagung "Strukturbiologie in der Bioökonomie" in Kapstadt statt. Organsiert wurde die Tagung als Kooperationsveranstaltung der Universitäten von Kapstadt und Western Cape auf südafrikanischer Seite sowie der Ruhr-Universität Bochum und dem Max-Planck- Institut für molekulare Physiologie auf deutscher Seite. Erklärtes Ziel der Veranstaltung war es, die Kooperation zwischen den Partnerländern zu stärken und die internationale Zusammenarbeit im Fachgebiet Bioökonomie auszubauen.

Die Arbeit im Bereich der Strukturbestimmung von Proteinen und makromolekularen Zusammensetzungen zeigt deutliche Auswirkungen auf verschiedene Bereiche, mit denen sich die Forscherinnen und Forscher auf der Tagung auseinandergesetzt haben. So tauschten sich die Anwesenden beispielsweise über das Verständnis des Mechanismus von Infektionen durch Pathogene und die strukturelle Entwicklung von medizinischen Eingriffsmöglichkeiten in Form von Medikamenten und Vorbeugemaßnahmen wie Impfungen und Schutzcremes aus.

Ebenfalls berieten sich die Experten über Enzymentwicklungen für neue Industriechemikalien und die Entwicklung neuartiger Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel. Auch die Verwendung konstruierter Enzyme zur Schaffung energieeffizienter Industrieprozesse oder zum Einsatz in der Umweltsanierung wurden erörtert. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Fachtagung war der Einsatz von Biomolekülen und Nanotechnologie zur Konstruktion sogenannter neuartiger "Bio-Nanomaschinen". Letztlich wirkt sich die Strukturbiologie auch auf das Verständnis von biologischen Abläufen aus, wodurch neuartige Strategien für medizinische Behandlungen entwickelt und umgesetzt werden können. Auch hierzu tauschten sich die Strukturbiologen in Kapstadt aus.

Der südafrikanische Mitorganisator, Prof. Trevor Sewell von der Universität Kapstadt, bedankt sich außerordentlich für die gute Zusammenarbeit mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen. "Wir sind dankbar für die Möglichkeiten, die sich durch das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaften ergeben haben und wir danken den deutschen und südafrikanischen Strukturbiologen, die großzügig ihre Zeit eingesetzt haben, um ihre Erkenntnisse mit uns zu teilen." Durch den Ausbau der internationalen Kooperation wurde das Forschungsfeld der Strukturbiologie in der Bioökonomie deutlich gestärkt.

Um der Fachtagung auch eine nachhaltige Wirkung zu verleihen, sind für die Zukunft weitere Kooperationsveranstaltungen geplant. Dies unterstützt auch der Mitorganisator Prof. Dr. Eckhard Hofmann von der Ruhr-Universität Bochum: "Ich persönlich war sehr erfreut über die individuellen Kontakte vor allem auch zu jungen Gruppenleitern und Studierenden. Wir haben vor, eine Kooperation in der Nutzung von Algenaufzucht mit einer südafrikanischen Gruppe zu starten, die die dortige Expertise mit unserem strukturbiologischen Know-how verknüpft und gleichzeitig einen Beitrag zur Finanzierung der dortigen Gruppe leisten kann. Die Forschungsgruppen in Südafrika sind zur Förderung unbedingt auf internationale Kooperationen angewiesen, die Konferenz hat dafür auf verschiedenen Bereichen die Grundlage gelegt."