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25.02.2013

Bi- und multilaterale Kooperation in der Meeresforschung

Gruppenfoto, im Hintergrund der Hafen
Gruppenbild der Workshop-Teilnehmer inklusive der Vertreter der Ministerien. (c) Dr. Werner Ekau, ZMT Bremen

Bisherige Forschungsbereiche aufzeigen und Kooperationsvorhaben mit dem Partnerland ausbauen – das waren die primären Ziele des viertägigen Workshops zum Thema Meeresforschung. Zunächst stellten südafrikanische Meeresforscher ihre Forschungsschwerpunkte vor, in anschließenden Diskussionsrunden wurden Spezifika für neue gemeinsame Forschungen mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen definiert. Weitere Kooperationen ergaben sich durch die bereits bestehenden bilateralen Initiativen GENUS und SPACES, die mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten Erd- und Klimaforschung in Afrika betreiben.

Mehr als sechzig renommierte Meereswissenschaftlerinnen und Meereswissenschaftler trafen sich vom 3.–6. Dezember 2012 in Kapstadt, um neue internationale Kooperationen in den gemeinsamen Forschungsanstrengungen zu erörtern. Organsiert wurde die Veranstaltung vom Applied Centre for Climate and Earth Systems Science (ACCESS) und dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) aus Bremen. Die Teilnehmer der zehn südafrikanischen und zehn deutschen Forschungsinstitutionen und Universitäten tauschten sich dabei gemeinsam mit ihren norwegischen Kollegen über neue Forschungsthematiken aus, die an den Küsten und Schelfgebieten Südafrikas bearbeitet werden sollen.

Dr. Werner Ekau vom ZMT spricht von einem vollen Erfolg und einer weiteren Intensivierung der Forschungsbeziehungen: "Deutschland hat eine jahrzehntelange Tradition in der Meeresforschung im südlichen Afrika. Die gesammelte Erfahrung und vorhandene Expertise bildet eine wertvolle Basis für unsere Zusammenarbeit mit Südafrika in der Weiterentwicklung von Methoden und Modellen. Durch die Erforschung von Prozessen und Zusammenhängen in den hiesigen Ökosystemen lernen wir globale Prozesse besser zu verstehen. Dabei ist die internationale Zusammenarbeit eine der wichtigsten Disziplinen, um globale Fragestellungen wie Klimaveränderung, Versauerung des Ozeans oder Meeresspiegelanstieg sinnvoll bearbeiten zu können".

Der viertägige Workshop konzentrierte sich auf Forschungsvorhaben an der West- und Ostküste Südafrikas. In den verschiedenen Präsentationen der Forscherinnen und Forscher wurden zunächst physikalische Charakteristika des Ozeans wie Strömungen, Temperatur, Sauerstoff und Nährstoffe vorgestellt und anschließend erörtert, wie diese die biologischen Prozesse beeinflussen. Ebenfalls wurden die Auswirkungen des Klimageschehens auf die Fischerei, die Gesundheit der Ökosysteme und auf die Lebensqualität der Küstenbevölkerung dargestellt.

Laut Dr. Neville Sweijd, dem Direktor von ACCESS, sind Südafrikas geographische Lage und seine natürlichen marinen Ressourcen attraktive Anreize für die Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. "Wir sehen ein wachsendes Interesse an der Untersuchung physikalischer und ökologischer Prozesse in unseren Küsten- und Hochseegebieten als Fallbeispiele in globalen Forschungsprojekten. Die südafrikanische Regierung und Forschungsinstitute haben sehr stark in unsere Forschungsprogramme investiert, die Indienststellung des Forschungseisbrechers SAS Agulhas II ist ein herausragendes Beispiel dafür."

Ziel des Workshops war es, konkrete Forschungsprojekte zu erarbeiten, in die auch Ausbildungsinitiativen eingebettet sind. Darüber hinaus wurde die internationale Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untereinander gestärkt. Gegenwärtig laufen hierzu auch die Planungen für einen Gegenbesuch der Südafrikaner in Deutschland. Im April wird ein weiterer Workshop am ZMT in Bremen stattfinden. Dieser soll an den Erfolg des ersten Treffens anknüpfen und den Dialog in den Kooperationsvorhaben in der Meeresforschung weiter ausbauen.